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Ca. 16 km in 4 Stunden bei 18 Grad, Wind, Sonne und Regen, 8.10.2009
Landkreis: Lörrach
Übernachtung : Privatgastgeber Familie Weber
Um 10.00h ein denkwürdiger Augenblick: ich bin am Rhein. Vom Campingplatz in Waldshut fließt, ja steht fast, ganz ruhig der Rhein. Ein paar Camper grüßen und ich mache Pause auf einer Uferbank. Der Wettergott ist mir immer noch wohlgewogen, obwohl die Regenwolken umherziehen.
Später in den Reinauen mache ich Mittagspause mit Exklusivblick auf das AKW Leibstadt (Schweiz).

Gegen halb zwei überfällt mich ein generalisierter Knieschwammerl mit Regen, viel Lärm von der Bundesstraße. So leiste ich mir für EUR 3,--eine Zugfahrt von Albbruck nach Bad Säckingen. Dort gibt es Gottseidank eine Touristeninfo, wo ich gleich nach einem Zimmer frage. Auf eindringliche Empfehlung des jungen Mannes dort, lande ich bei der Familie Weber, welche privat ein paar Zimmer vermietet. Der Weg dorthin dauert nochmals 15 Minuten zu Fuß plus 10 Minuten warten, bevor ich die Bundesstraße überqueren kann.
Diese Unterkunft ist konkurrenzlos günstig, und das Frühstück übertrifft noch jedes Frühstücksbuffet in Hotels, wird mir hier sogar ein frisch gepresster Orangensaft kredenzt.
Ca. 22 km in 5 ½ Stunden bei 27 Grad, Sonne, 7.10.2009
Landkreis: Waldshut
Übernachtung : Hotel Bercher
Zum Abschied in Stühlingen winkt mir der Müllmann nach. Die erste Strecke gehe ich über dem Wutachtal. Unter mir ist noch alles im Nebel.

Das Highlight des Tages: ich sehe an der Wutach zweimal einen Eisvogel. Das erste Mal in meinem Leben. Der Eisvogel, ein bunter Traumvogel, den ich in schon in der frühen Kindheit als Star der Sammelbilder kennengelernt habe. Ich habe schon gezweifelt, ob es ihn überhaupt gibt.
Weiter wandere ich unterhalb der Einflugschneise der Swiss Air nach Basel. Im Minutentakt überfliegen mich die Flieger mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund.
..aber auch Raubvögel
Nachdem es in Wutöschingen nicht einmal ein Cafe gibt, das für mich geöffnet hat, decke ich mich beim EDEKA mit etwas Essbarem ein. Zwiebelkuchen und Äpfel. Sprachlich wird es auch immer schwieriger. Vor allem wenn ich türkische Frauen mit lokalem Akzent nach dem Weg fragen muss.

Mit dieser Etappe ist eine neue Epoche angebrochen. Ich bin das erste Mal losgegangen, mit viel Gottvertrauen, ohne vorher eine Unterkunft reserviert zu haben. So wandere ich müde und erschöpft in Tiengen umher, auf der Suche nach einer Unterkunft. In einem Gasthof bietet man mir etwas widerstrebend ein Zimmer für eine Nacht an. Ich habe schon zugesagt, aber nach einer Minute in dem Zimmer bemerke ich, dass es total verraucht ist. Somit schage ich sofort wieder die Flucht ein. Schließlich finde ich etwas im Hotel Bercher. Eine Touristinfo habe ich nirgends gefunden. Ich habe von meinem Zimmer eine wunderschöne Aussicht auf den Marktplatz.
Beim Frühstücksbuffet bin ich wie immer die einzige Frau.